"Die Akten lügen nicht und sagen auch nicht die Wahrheit". 35 Jahre Verabschiedung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes
Die Bundestagsdebatte am 14. November 1991, bei der der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Gerd Poppe sich zur Ambivalenz der Stasi-Akten äußerte, war ein historischer Moment. Zum ersten Mal in der Geschichte entschied ein demokratisch gewähltes Parlament über den Zugang zu den Unterlagen einer Geheimpolizei.
Am Ende entstand ein Gesetz, das als weltweit beispielhaft für den Umgang mit Unterlagen einer Geheimpolizei gilt. Seit 1991 haben mehr als 3,5 Millionen Menschen einen Antrag auf Einsicht in ihre Unterlagen gestellt. Hinzu kamen weitere 4 Millionen Anträge für Überprüfungen, Rehabilitationsverfahren sowie Forschung und Medien.
Im Rahmen des Seminars werden die historischen Schritte und Argumentationen zum Stasi-Unterlagen-Gesetz anhand von Presseberichten und Veröffentlichungen von Behörden und Bundestag nachvollzogen. Eine einleitende Führung mit Gang ins Archiv und eine Einführung in die Zugänge zu den Akten geben weitere Hintergrundinformationen.
Veranstaltungsort:
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Normannenstraße 21a
Haus 7
10365 Berlin
Anmeldungen sind nur über die Volkshochschule möglich.