Ein Foto eines Protestschildes mit den Fotos von iranischen Menschen und Blumen darauf.
zum Programm
Montag, 9. November 2026 – 11:00 – 18:00
Gegenüber dem Deutschen Bundestag

Die unsichtbaren Mauern – Stimmen für Freiheit aus dem Iran

Vor Ort
Ausstellung

Die Berliner Mauer war eine sichtbare Grenze mitten durch eine Stadt. Sie trennte Menschen, Familien und ein ganzes Land. Ihr Fall am 9. November 1989 wurde zu einem weltweiten Symbol für Freiheit und für den Mut der Menschen, sich gegen politische Unterdrückung zu stellen. Die Berlin Freedom Week erinnert an dieses Vermächtnis und richtet den Blick auf die Frage, wo Menschen heute noch für ihre Freiheit kämpfen.

Im Iran gibt es keine Mauer aus Beton wie in Berlin. Doch seit der Errichtung der Islamischen Republik im Jahr 1979 wurden zahlreiche unsichtbare Mauern errichtet: Mauern aus Zensur, staatlicher Gewalt, Unterdrückung, Angst, Gefängnis, Folter, Hinrichtungen und Kontrolle. Trotz dieser Mauern haben Iranerinnen und Iraner ihren Widerstand nie aufgegeben. Über Jahrzehnte sind sie immer wieder auf die Straße gegangen und haben Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, Selbstbestimmung und das Ende der Islamischen Republik gefordert.

Die landesweiten Proteste, die am 28. Dezember 2025 begannen, erreichten am 8. und 9. Januar 2026 einen dramatischen Höhepunkt. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten massenhafte Tötungen, Verletzungen und Massenverhaftungen. Gleichzeitig wurde der Internet- und Telekommunikationszugang weitgehend abgeschaltet, wodurch die Menschen im Iran von der Außenwelt isoliert und die Dokumentation der Gewalt erschwert wurden. Amnesty International berichtet von massenhaften rechtswidrigen Tötungen in einem bisher beispiellosen Ausmaß.

Während der Proteste trugen viele Iranerinnen und Iraner die iranische Nationalflagge aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979. Für Teile der iranischen Opposition wurde diese Bewegung als „Löwen-und-Sonne-Revolution“ bezeichnet – als Ausdruck des Kampfes für einen freien, demokratischen und selbstbestimmten Iran.

Unsere Ausstellung gibt den Menschen hinter diesen Ereignissen ein Gesicht. Wir zeigen Fotografien, Namen und persönliche Geschichten von Menschen, die für ihre Freiheit ihr Leben verloren haben oder Opfer von Repression, Gefangenschaft und Folter wurden. Ergänzend zeigen wir ausgewählte, für ein öffentliches Publikum geeignete Ausschnitte aus der vierteiligen Dokumentation „This Is Our Story“ von Manoto TV.

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage: „Was würdest du auf die Mauer schreiben?“ Die Besucherinnen und Besucher können ihre Botschaften für Freiheit auf einer symbolischen Mauer hinterlassen. Diese werden anschließend ins Persische übersetzt und über unsere sozialen Medien mit unserem iranischen Publikum geteilt – als Zeichen dafür, dass die Stimmen der Freiheit trotz der Mauern der Islamischen Republik gehört werden können.

Ort:
Gegenüber dem Deutschen Bundestag
Paul-Löbe-Allee, 10557 Berlin