Ein Foto der Autorin Katja Petrowskaja
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Dienstag, 10. November 2026 – 19:30 – 22:30
PANDA platforma

Treffen ohne Übersetzung: Lesung mit Katja Petrowskaja // PANDAwomen

Vor Ort
Lesung

Warum begegnen manche Bilder unserem Blick, berühren uns und bleiben uns so lange im Gedächtnis? Was geschieht mit unserer Wahrnehmung in einer Zeit der visuellen Überflutung?

Im Rahmen des PANDAwomen 2026 Festivals und unserer Reihe „Treffen ohne Übersetzung“ begrüßen wir die Schriftstellerin Katja Petrowskaja zu einem Gespräch über Fotografie, Erinnerung, Krieg und die fragile Beziehung zwischen Worten und Bildern.

Zwei Bücher stehen im Mittelpunkt des Abends: In „Das Foto schaute mich an“ (2022) / „The Photograph Looks back at me“ versammelt Katja Petrowskaja ihre Fotokolumnen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und schafft ein eigenes Genre: kurze Prosa, die Landschaft, Biografie, Recherche und Zeitgeschichte verdichtet. Fotografien aus Zeitungen, Ausstellungen und sozialen Medien oder Zufallsfunde in Familienalben und Archiven werden zu Ausgangspunkten. Ein scheinbar beiläufiges Bild öffnet einen viel größeren historischen Raum: eine geisterhafte Pflanze aus Tschernobyl oder ein Bergarbeiter aus dem Donbas, eine nackte Frau auf dem Cover einer alten Schallplatte oder eine Wolke am Himmel. Woraus besteht unsere Gegenwart?

Ihr Buch „Als wäre es vorbei. Texte aus dem Krieg“ (2025) besteht aus Texten, die zwischen Februar 2022 und Herbst 2024 entstanden sind. Sie bilden unweigerlich eine Chronik des Krieges gegen die Ukraine und fragen, was mit unserer Wahrnehmung geschieht, wenn Trauer und Entsetzen über Jahre wiederkehren und für manche zum Alltag werden, während es für andere „nicht unser Krieg“ ist. Wie schauen wir weiter hin, ohne abzustumpfen? Was kann eine Fotografie bewahren, und was bleibt außerhalb des Bildausschnitts? Was steckt hinter Resilienz?

Vielleicht kommen wir auch auf ihr erstes Buch „Maybe Esther“ (2014) zu sprechen, über einen Menschen der Gegenwart, der durch die Geschichte stolpert, sowie auf eine kürzlich erschienene Anthologie ukrainischer Prosa, die Petrowskaja zusammengestellt und herausgegeben hat. 

Katja Petrowskaja wurde 1970 in Kyjiw geboren und lebt seit 1999 in Berlin. Sie studierte Literaturwissenschaft und Slawistik in Tartu und promovierte in Moskau. Sie ist Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ihr Debüt „Maybe Esther“ (2014) wurde in dreißig Sprachen übersetzt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis und den Aspekte-Literaturpreis. Ihr Werk wurde vielfach übersetzt und international anerkannt.

Das Gespräch wird von Sveta Müller moderiert und findet auf Deutsch statt.

Einlass: 19:00. Eintritt kostenfrei.

Veranstaltungsort:
PANDA platforma
Knaackstraße 97 (im kleinen Hof der Kulturbrauerei)
10435 Berlin

Barrierefreiheit: Eine Rampe für Rollstuhlnutzer*innen ist vorhanden. Eine Toilette befindet sich auf dem Gelände der Kulturbrauerei. Bitte melden Sie Ihren Besuch vorab telefonisch unter +49 30 44319557 an.